{"id":3878,"date":"2024-02-21T10:03:27","date_gmt":"2024-02-21T09:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/kolpingbuehne-wattens.at\/?page_id=3878"},"modified":"2024-02-27T23:13:30","modified_gmt":"2024-02-27T22:13:30","slug":"philotekt-ein-tragischer-monolog","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kolpingbuehne-wattens.at\/en\/philotekt-ein-tragischer-monolog\/","title":{"rendered":"Philotekt. Ein tragischer Monolog"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-page\" data-elementor-id=\"3878\" class=\"elementor elementor-3878\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-b2bf6f5 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"b2bf6f5\" data-element_type=\"section\" data-e-type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-42f2ccf\" data-id=\"42f2ccf\" data-element_type=\"column\" data-e-type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-496991f elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"496991f\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Philotekt. Ein tragischer Monolog<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-d8e999b elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"d8e999b\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-medium\">ein Monolog von Lukas Egger<\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-dc72eae elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"dc72eae\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Philoktet, der Heros. Nicht zu beneiden ist er. Er lahmt. Eigentlich kann er gar nicht mehr gehen. Ein Fu\u00df ist kaputt. Die Schmerzen sind h\u00f6llisch. Und, was schlimmer als die Schmerzen sind: er ist allein. Ach so mutterseelenallein. Er schleppt sich herum, rollend und windend, er zieht und stemmt sich mithilfe seiner Arme und seines gesunden Beines auf und schleppt sich voran. Hunger und Durst ist er imstande zu stillen, auch in diesem Zustand. Aber die Einsamkeit, die verdammte Einsamkeit\u2026 F\u00fcr Gesellschaft br\u00e4uchte er zwei gesunde F\u00fc\u00dfe \u2026 um fortzukommen von hier \u2026 von hier, diesem \u2026 diesem \u2026 Loch, diesem Pfuhl, diesem einsamsten Ort der Welt. Aber er hat keine zwei gesunden F\u00fc\u00dfe, nur einen \u2026 und einen kranken. An dem schw\u00e4rt seit damals die fatale Wunde, aus der unaufh\u00f6rlich Eiter quillt und aus der unaufh\u00f6rlich ein bestialischer Gestank aufsteigt. Sie will und will nicht heilen, die besten \u00c4rzte haben es damals nicht geschafft, auch nicht die heilkr\u00e4ftigsten Kr\u00e4uter und schon gar keine Gebete an welchen Gott auch immer. Diese verdammten G\u00f6tter\u2026sollen doch zur H\u00f6lle fahren\u2026wenn sie denn \u00fcberhaupt existieren. Habe ich nicht mein ganzes Leben lang gottesf\u00fcrchtig gelebt? Habe ich nicht die Rituale immer exakt ausgef\u00fchrt, die Regeln minuti\u00f6s befolgt? Warum strafen sie mich? Warum zerst\u00f6rten sie mein Leben? Aus dem Nichts! Mit der Zerst\u00f6rung meines Fu\u00dfes! Tot! Tot m\u00f6chte ich sein \u2026 besser als hier mit diesem verdammten Fu\u00df dahinzuvegetieren \u2026 was bleibt mir denn in diesem k\u00fcmmerlichen Leben? \u2026 mit diesem verdammten Fu\u00df! Kriechen wie ein Wurm\u2026fressen, was ich am Boden finde\u2026trinken, was sich in dreckigen Pf\u00fctzen sammelt\u2026und dieser Gestank, dieser unertr\u00e4gliche Gestank\u2026und die Schmerzen, diese verdammten Schmerzen\u2026! Konnten sie mich nicht einfach t\u00f6ten\u2026 ? Er, der Donnerer, der Herrscher der Himmlischen \u2026 mit dem Blitz \u2026 oder er, der m\u00e4chtige Atreide, der Gebieter der Irdischen \u2026 indem er mich \u00fcber Bord werfen lie\u00df? Warum DAS? Warum ICH? \u2026 Jetzt liege ich da. Warte auf den Tod \u2026 der Geist will sterben, aber der Lebenswille des K\u00f6rpers ist noch zu stark, ich kann gar nicht anders als zu trinken und zu essen, mein K\u00f6rper ist noch zu kr\u00e4ftig und handelt wie von selbst, um sich das N\u00f6tige zuzuf\u00fchren. Mein Geist hofft jedes Mal \u2026 bei jedem Schluck, bei jedem Bissen \u2026 dass er etwas erwischt \u2026. etwas erwischt, das uns t\u00f6tet \u2026 etwas Giftiges \u2026 etwas, das den Willen des K\u00f6rpers bricht und ihm das weitere Suchen nach Fra\u00df und Trank verunm\u00f6glicht oder verdrie\u00dft. Natur!! Hol dir endlich unser Leben \u2026 mein Leben, indem du meinen K\u00f6rper zerst\u00f6rst \u2026 mein Geist ist bereits zerst\u00f6rt, den haben G\u00f6tter und Menschen bereits zerst\u00f6rt. Erledige den Rest! Beende mein k\u00fcmmerliches Leben! Nimm es dir, es liegt da \u2026 ohne Gegenwehr\u2026 He! Wer kommt da? Wo ist meine verdammte Waffe? He! Du! Ich h\u00f6re dich! Zeig dich! Oder besser noch: Verschwinde! Geh weg! Geh, wie du gekommen bist! He! Wer bist du?! He! Du! Ich h\u00f6re dich doch \u2026 wie du da herumschleichst! Komm raus! Zeig dich! Wer bist du?! He! Ich seh\u2018 dich! Komm her! Komm her, bitte! Ich tu dir auch nichts! Ich kann dir nichts tun! He! Ich sehe dich\u2026 Da ist er ja, der d\u00fcstere Gast! Wer bist du? Sag! Wer bist du?! Was machst du hier?! \u2026machst du hier an diesem gottverlassenen Ort?! Siehst aus wie einer von den Unseren! Oh, kenn ich dich sogar? Zeig dein Gesicht! Na klar, du bist doch \u2026 auch wenn es Ewigkeiten her ist \u2026 Ich kenn dich\u2026Neoptolemos!\u2026du bist\u2019s! Verschwinde! Verschwinde! Geh zur\u00fcck zu den ande\u2026 Bleib stehen! Sofort! Komm nicht n\u00e4her! Verschwinde! Ich erschie\u00df dich, wenn du nicht sofort\u2026du wei\u00dft, wie t\u00f6dlich meine Waffe ist! Du wei\u00dft, wessen Gift! Verschwin\u2026Was? Was? Nein! Hau ab! Verschwinde\u2026Was? Was willst du von mir?! \u2026\u2026\u2026.. Ihr braucht mich? Hahahahaaa! Wer sollte mich brauchen? \u2026und wozu? Ich brauche mich ja nicht mal selbst! Hau ab! Verschwinde! Was? Hahahahahaaa\u2026. Ihr braucht mich sagst du? Wozu denn? Hahahahaaaa \u2026 was? Ihr seid immer noch im Krieg?! Die ganze Zeit \u2026. Hahahahahaaa \u2026 Was? \u2026 und ein Orakel?! Ein Orakel hat euch gesagt \u2026 Hahahahaaaa!!! Schei\u00df auf die G\u00f6tter, Neoptolemos! Schei\u00df auf dich, Neoptolemos und Schei\u00df auf Agamemnon, schei\u00df auf Odysseus, diesen verr\u00e4terischen, verlogenenen Schei\u00dfkerl \u2026 schei\u00df auf die ganze verlogene Armee, schei\u00df auf den Krieg, geht heim, vergesst es, vergesst mich! Warum schicken sie \u00fcberhaupt dich? Sag mir sofort, warum du kommst und nicht Agamemnon oder Odysseus! Sind sie tot hoffentlich, erstickt an ihren eigenen L\u00fcgen?! An ihren L\u00fcgen, mit denen sie mich \u2026 Trauen sich die feinen Herren nicht? Konnten sie meinen Anblick nicht ertragen? F\u00fcrchteten sie sich gar vor mir? \u2026 tot werden sie wohl nicht sein \u2026 Anf\u00fchrer-Arschl\u00f6cher sterben nie in Kriegen \u2026 k\u00f6nnen sich\u2019s immer richten \u2026 schicken die kleinen Fische vor \u2026 glauben sie, ich h\u00e4tte sie, wenn einer von ihnen gekommen w\u00e4re, sofort erschossen \u2026 recht haben sie \u2026ich h\u00e4tte\u2026 Warum haben\u2026! Halt\u2019s Maul! \u2026 warum haben sich dich geschickt! Haben sie dich geschickt, weil ich dich \u2026 ja, ich mochte dich \u2026 aber du hast auch nichts gesagt, als sie mich damals \u2026 hast dich auch nicht gegen sie gestellt \u2026 du hast wahrscheinlich auch gesagt \u2026 ? Glauben sie, dass du mich eher \u00fcberzeugen k\u00f6nntest?! Hahahahaaa \u2026 Weil ich dich am wenigsten hasse \u2026 Glauben sie, dass ich mit dir Mitleid h\u00e4tte?! Weil du jung bist \u2026 Hahahahaaa! Da haben sie sich get\u00e4uscht! Kannst du ihnen ausrichten \u2026 Du kannst genauso verrecken wie der Rest \u2026 ihr seid alle L\u00fcgner und Verr\u00e4ter! Du bist mir genauso egal wie alle anderen \u2026 genauso egal wie ich mir selbst! Verschwinde \u2026 lass mich sterben. Verschwinde! Verschwinde endlich! Geh weg .. nein, nicht setzen! Geh weg von mir \u2026 Hahahahaaa \u2026 ja da verziehst du das Gesicht, was? Riechst die Pestger\u00fcche meines schw\u00e4renden Fu\u00dfes \u2026 hahahahahaaa \u2026schau mal her! Hahahahaaa \u2026 nicht sch\u00f6n anzuschauen, was? Dr\u00fcben im Krieg ist\u2019s wohl sch\u00f6ner \u2026 dort duftet\u2019s wohl im Vergleich zu meiner Gegenwart \u2026 hahahahaaa \u2026 und s\u2019gibt wohl keine so h\u00e4sslichen Wunden \u2026 nicht mal halb so h\u00e4ssliche, hm? Hahahahaaaa. Ein bisschen Sch\u00e4delspalten, Brust durchbohren, Gliedma\u00dfen abtrennen ist wohl nichts gegen das hier! Hahahahaaa \u2026 schau nur hin! Schau genau hin \u2026 Hahahahaaa \u2026 was wendest du den Blick ab! He, Neoptolemos! Ich habe mich schon lange mit niemandem mehr unterhalten. Glaub mir, tut gut mit jemandem zu reden \u2026 Glauben sie wirklich, dass ich mit dir mitkomme? Wenn sie mich brauchen \u2026 wenn ihr mich braucht, h\u00e4ttet ihr mich damals nicht zur\u00fccklassen sollen! Jetzt habt \u2026 WAS? NEIN! Halt\u2019s Maul! Nein! Ihr habt mich ausgesetzt \u2026! Ja, genau! \u2026 weil ihr mich nicht mehr ansehen wolltet, nicht mehr h\u00f6ren wolltet, nicht mehr riechen wolltet! Was? KONNTET?! Ihr KONNTET nicht mehr?! NEIN! Nein! Ihr wolltet nicht mehr! Ihr h\u00e4ttet mich noch \u2026 wie lange ist das jetzt eigentlich her? 8,9 \u2026 10 Jahre?! \u2026 ihr h\u00e4ttet also noch 10 weitere Jahre meinen Anblick, meine Schreie und meinen Gestank ertragen k\u00f6nnen \u2026 aber ihr wolltet nicht! NEIN! Ihr wolltet nicht! Was glaubtet ihr, erwartet euch dort vor Troia? H\u00fcbsche Damen, Harfenkl\u00e4nge, Rosenduft? Hahahahahaaa \u2026 ihr wusstet, dass ihr geradewegs in h\u00e4ssliche Wunden, markersch\u00fctterndes Schmerzensgebr\u00fcll und widerw\u00e4rtigen Eitergestank fuhrt \u2026 Aber MICH konntet ihr nicht ertragen, MICH nicht. Hunderte, Tausende schreiende, stinkende Kr\u00fcppel vor Troia glaubtet ihr ertragen zu k\u00f6nnen, aber auf eurem Schiff war EINER zu viel?! , \u2026 war ICH zu viel!?! Was? Agamemnon wollte die Unternehmung nicht gef\u00e4hrden! Hahahahaaa \u2026 das haben sie mir damals gesagt, ja. Was h\u00e4tte es denn gef\u00e4hrdet? Eure Gesundheit? Nein! Was dann Neoptolemos? Die Moral!? Die Moral der Truppe \u2026 was f\u00fcr eine Moral, Neoptolemos?! Wie soll eine Wunde, ein Verletzter die Moral von Soldaten zerst\u00f6ren?! Von Soldaten \u2026 Leuten, die auf der Fahrt in ein Gemetzel und Blutbad waren! Deren Moral?! \u2026wollte er wegen einer Wunde nicht gef\u00e4hrden?! Glaubst du selber, was du da sagst, Neoptolemos? Wenn das das wirkliche Problem war \u2026 wenn eine einzelne Wunde, ein einzelner Verletzter wirklich die Moral zersetzt h\u00e4tte \u2026 wie lange glaubst du, h\u00e4tte eure ach so wichtige Moral im Kampf \u00fcberlebt?! Wie lange dauert es, bis es im Krieg den ersten Verletzten, den ersten Schmerzensschrei, die erste Wunde, das erste Blut gibt?! Und so was glaubst du?! Ihr wolltet MICH nicht ertragen, ihr wolltet eure Ruhe auf dem Schiff, ihr wolltet keine sinnlose Last mit euch mitf\u00fchren \u2026 ja, DAS war ich f\u00fcr euch, sinnloser Ballast \u2026 dass ich nicht mehr k\u00e4mpfen w\u00fcrde k\u00f6nnen, war ja offensichtlich, nachdem diese Schei\u00dfwunde nicht heilen wollte, nachdem die Schei\u00dfg\u00f6tter mir ihre Gunst versagten \u2026 einer, der nicht k\u00e4mpft und nur frisst \u2026 so was braucht man nicht \u2026 sowas brauchtet ihr \u2026 sowas brauchte Agamemnon nicht \u2026 und wenn er blo\u00df nur gefressen h\u00e4tte \u2026 aber er musste ja auch noch schreien und bestialisch stinken. Ihr wolltet mich nicht mehr! Den Einen kann man ja opfern \u2026 der Eine soll nicht das gro\u00dfe Ganze gef\u00e4hrden \u2026 Schei\u00df auf den einen! \u2026 setzen wir ihn aus \u2026 wird ohnehin bald sterben \u2026 h\u00e4ttet ihr mir blo\u00df den Gnadenschuss gegeben \u2026 aber daf\u00fcr wart ihr zu feige \u2026 Tausende, die nicht sterben wollten, habt ihr get\u00f6tet, den EINEN, der sterben wollte \u2026 der euch gebeten hat, sterben zu d\u00fcrfen, konntet ihr nicht t\u00f6ten \u2026 wolltet ihr nicht t\u00f6ten. Was?! Die G\u00f6tter erz\u00fcrnen \u2026?! Glaubst du, mich auszusetzen, h\u00e4tte die G\u00f6tter nicht genauso erz\u00fcrnen k\u00f6nnen \u2026 ach schei\u00df auf die G\u00f6tter! MENSCHLICHKEIT, Neoptolemos h\u00e4tte ich gebraucht, MENSCHLICHKEIT \u2026 nicht g\u00f6ttliche Gnade. Die Natur hat mich im Stich gelassen \u2026 mein K\u00f6rper, der nicht heilen und nicht sterben will \u2026 die G\u00f6tter haben mich im Stich gelassen \u2026 sie h\u00e4tten es in der Hand, mich zu heilen oder zu t\u00f6ten \u2026 die Menschen haben mich im Stich gelassen \u2026 ihr \u2026 du \u2026 ja auch du, Neoptolemos. Weil \u2026 weil ihr meiner \u00fcberdr\u00fcssig geworden seid. Weil ich mich nicht mehr sehen, h\u00f6ren, riechen wolltet! ICH \u2026 ich aber musste mich st\u00e4ndig sehen \u2026 meinen siechenden Fu\u00df \u2026 musste mich st\u00e4ndig h\u00f6ren und riechen \u2026 ja, musste auch die Schmerzen ertragen \u2026 Schmerzen, die schlimmer sind als du dir vorstellen kannst, Neoptolemos \u2026 schlimmer als das Aussehen der Wunde und ihres Gestanks, schlimmer als mein Geschrei sind die Schmerzen! Mit denen ihr mich allein gelassen habt \u2026 zur\u00fcck gelassen \u2026! DIE musstet ihr nie ertragen, die Schmerzen \u2026 die waren nur f\u00fcr mich bestimmt. Ich konnte Schmerzen, Gestank und Geschrei nicht loswerden \u2026 nicht einfach aussetzen \u2026 ich nicht \u2026 aber Ihr konntet es \u2026 und ihr habt es getan! Hahahahahaaa! Und jetzt braucht ihr mich \u2026 jetzt scheint euch eure Entscheidung von vor 10 Jahren pl\u00f6tzlich falsch \u2026 weil ihr mich braucht! Hahahahaaa! Habt ihr in den 10 Jahren irgendwann an mich gedacht? \u2026 h\u00f6r auf zu l\u00fcgen, Neoptolemos \u2026 niemand von euch hat an mich gedacht in der ganzen Zeit \u2026 bis das Orakel euch kund tat, dass ihr mich braucht \u2026 bis es meinen Namen erw\u00e4hnte \u2026 konntet ihr euch \u00fcberhaupt noch an mich erinnern?! Sagte euch der Name etwas? Odysseus, der Hund, wird ihn sich schon gemerkt haben \u2026 wird aber auch verdutzt gewesen sein, dass ich noch lebe \u2026 wird den Spruch der G\u00f6tter wohl zuerst nicht geglaubt haben, als der pl\u00f6tzlich einen Philoktet erw\u00e4hnte \u2026 und ER wusste wohl auch noch, wo ihr mich ausgesetzt habt \u2026 auf welcher gottverlassenen Insel. Und dass ihr MICH braucht \u2026 Hahahahahaa! \u2026 welch Ironie, Neoptolemos \u2026 welch bitters\u00fc\u00dfe Ironie! Was ihr nun dringend braucht, um den Krieg gewinnen zu k\u00f6nnen, hattet ihr damals \u2026 aber ihr habt es einfach weggeworfen, MUSSTET es wegwerfen, um \u2026 Hahahaha! \u2026 um \u2026 um, die Unternehmung nicht zu gef\u00e4hrden. Hahahaha! \u2026 und nun habt ihr die ganze Unternehmung genau dadurch gef\u00e4hrdet \u2026 ja, genau dadurch in den Sand gesetzt \u2026 weil ihr mich weggeworfen habt. Die G\u00f6tter haben Humor, Neoptolemos \u2026 nicht? Ihr glaubtet, meine Anwesenheit w\u00fcrde den Sieg gef\u00e4hrden \u2026 und nun habt ihr erkannt, dass meine Anwesenheit nicht nur keine Gefahr, sondern sogar der Schl\u00fcssel zum Sieg ist. Ach, Neoptolemos \u2026 ich muss mich korrigieren \u2026 die G\u00f6tter sind wohl doch nicht so \u00fcbel \u2026 sorgen f\u00fcr Gerechtigkeit \u2026 und bereiten mir noch einmal Freude. \u2026 sagst ja gar nichts mehr, Neoptolemos. Hast keine Hoffnung mehr, dass ich mit dir komme? Hast eingesehen, dass ich nie mit dir kommen w\u00fcrde \u2026 dass ich Spa\u00df daran finde, dass ihr mich braucht und ich euch jetzt ins Gesicht spucken kann, indem \u2026 ja, indem ich gar nichts tue. Meine Rache, kurz vor meinem Tod \u2026 und kurz vor eurem Tod. \u2026 Nein Neoptolemos, ich will nicht mehr leben, mir bedeutet mein Tod nur Befreiung von Qualen \u2026 und euer Tod bedeutet mir nur Genugtuung. Ihr sollt alle verrecken, so wie ich hier verrecken werde \u2026 Ein Held? Ich w\u00e4re ein Held, wenn Troia f\u00e4llt und ich der einzige Grund daf\u00fcr w\u00e4re? Nat\u00fcrlich w\u00e4re ich das, nat\u00fcrlich w\u00fcsste ich das \u2026 und du \u2026 und Agamemnon und Odysseus \u2026 aber sonst \u2026sonst w\u00fcsste es keiner. Agamemnon und Odysseus w\u00fcrden als die gro\u00dfen St\u00e4dtebezwinger besungen werden \u2026 welcher Dichter, welcher Chronist sollte von mir Kunde erfahren \u2026 von mir, einfachem Soldaten? Nein, Neoptolemos, mit diesem Helden-Schwachsinn, wirst du mich nicht \u00fcberzeugen k\u00f6nnen. Heldentum, von dem keiner wei\u00df, ist kein Heldentum! Agamemnon und Odysseus w\u00e4ren die Helden, weil jeder von ihnen wei\u00df, ihnen fiele das Heldentum automatisch zu \u2026 ich krepiere lieber hier als vor Troia oder ein paar Tage sp\u00e4ter am Schiff \u2026 ich krepiere lieber im Wissen, Agamemnon und Odysseus bleibt ihr Erfolg verwehrt \u2026 im Wissen, ich h\u00e4tte der Held sein k\u00f6nnen. Und jetzt verschwinde, Neoptolemos. Lass mich allein, lass den Helden ohne Heldentum allein \u2026 Hahahaha! \u2026 welch Ironie \u2026! Verschwinde \u2026 ich muss jetzt, was zu fressen finden \u2026 ich m\u00f6chte noch eine Weile leben \u2026 ich m\u00f6chte den Gedanken auskosten, dass ihr jetzt alle verreckt und \u2026 Hahaha! \u2026 und ich bin der Grund daf\u00fcr. Auf Nimmerwiedersehen Neoptolemos \u2026 erz\u00e4hl allen, wie viel Freude du mir gebracht hast \u2026 wie viel Freude es mir macht, zu wissen, dass ich euer aller Leben in H\u00e4nden halte \u2026 und darauf SPUCKE! VERRECKT!! ALLE!!! IHR SOLLT ALLE VERRECKEN, H\u00d6RST DU!?!? H\u00d6RST DU, NEOPTOLEMOS!?!? \u2026 IHR SOLLT ALLE VERRECKEN UND ZUM TARTAROS FAHREN \u2026 UND EURE LEICHEN SOLLEN DIE HUNDE UND V\u00d6GEL FRESSEN!! H\u00d6RST DU!?!? \u2026 NEOPTOLEMOS!?!? \u2026 H\u00d6RST DU MICH!?!? NEOPTOLEMOS!? \u2026 NEOPTOlemos!?? \u2026 Wo bist du? WO BIST DU!?!? NEOPTOLEMOS!?!? KOMM WIEDER HER!!!! HEE!!!! KOMM UND BLEIB BEI MIR!! BLEIB\u2026 BLEIB STEHEN\u2026ICH BIN NICHT SO SCHNELL\u2026ICH KANN NICHT GEHEN\u2026NEOPTOLEMOS!!!! DU GEHST IN DEN SICHEREN TOD!!!! NEOPTOLEMOS!!!! ICH HELFE DIR\u2026ICH HELFE EUCH!!! AUCH DEM ATREIDEN UND DEM LAERTES-SOHN, WENN ES SEIN MUSS!!!! NIMM MICH MIT\u2026NIMM MICH NUR MIT \u2026WEG VON DIESEM EINSAMEN ORT\u2026MIT DIR\u2026MIT DIR WILL ICH KOMMEN\u2026NEOPTOLEMOS!!!! ICH WILL WEG\u2026WEG AUS DIESER EINSAMKEIT!!!! DIESE VERDAMMTE EINSAMKEIT\u2026VERDammte Einsamkeit\u2026 diese verdammte Einsamkeit \u2026 verdammte Einsamkeit<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-84a3ab9 elementor-align-center elementor-widget elementor-widget-button\" data-id=\"84a3ab9\" data-element_type=\"widget\" data-e-type=\"widget\" data-widget_type=\"button.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-button-wrapper\">\n\t\t\t\t\t<a class=\"elementor-button elementor-button-link elementor-size-lg\" href=\"https:\/\/kolpingbuehne-wattens.at\/en\/programmheft\/\">\n\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-content-wrapper\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span class=\"elementor-button-text\">Zur\u00fcck<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/span>\n\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philotekt. Ein tragischer Monolog ein Monolog von Lukas Egger Philoktet, der Heros. Nicht zu beneiden ist er. Er lahmt. Eigentlich kann er gar nicht mehr gehen. Ein Fu\u00df ist kaputt. Die Schmerzen sind h\u00f6llisch. Und, was schlimmer als die Schmerzen sind: er ist allein. Ach so mutterseelenallein. Er schleppt sich herum, rollend und windend, er&hellip;&nbsp;<a href=\"https:\/\/kolpingbuehne-wattens.at\/en\/philotekt-ein-tragischer-monolog\/\" class=\"\" rel=\"bookmark\">Read More &raquo;<span class=\"screen-reader-text\">Philotekt. 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